Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung, ca. 1% der Bevölkerung leiden daran.
Diese Rhythmusst√∂rung tritt mit zunehmendem Alter h√§ufiger auf. W√§hrend bei unter 50-J√§hrigen deutlich weniger als 1% betroffen sind findet sich Vorhofflimmern schon bei 4-6% der 60-J√§hrigen, √ľber 80 hat fast jeder sechste diese St√∂rung.

H√§ufiger tritt Vorhofflimmern bei hohem Blutdruck, Diabetes oder Herzkranzgef√§√üerkrankungen auf, weitere Risikofaktoren sind √úbergewicht und √ľberm√§√üiger Alkoholkonsum.

Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich, kann aber zu schwerwiegenden Gesund-heitsst√∂rungen f√ľhren, insbesondere zum Schlaganfall. Jeder sechste der ca. 40.000 Schlaganf√§lle im Jahr ist auf Vorhofflimmern zur√ľckzuf√ľhren.

Vorhofflimmern kann anfallsartig (‚Äěparoxysmal“) oder andauernd (‚Äěpermanent“) auftreten. Zu Beginn tritt es oft nur anfallsartig auf,  bei gut 8%  kommt es innerhalb eines Jahres schon zu permanentem Vorhofflimmern.

Vorhofflimmern ist durch einen unregelmäßigen, meist auch schnellen Herzschlag gekennzeichnet. Typische Beschwerden sind Herzstolpern oder auch Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Leistungsabfall, gelegentlich auch Brustschmerzen und Beklemmungen. Bei vielen Menschen aber treten gar keine Beschwerden auf, so dass Vorhofflimmern oft nur zufällig entdeckt wird.

© Sanofi-Aventis

Bei einem gesunden Menschen folgt der Herzschlag einem pr√§zise geregeltem Zusammenspiel von Herzvorh√∂fen und Herz-kammern. Ein herzeigener Schrittmacher sorgt √ľber elektrische Impulse daf√ľr, dass sich die Vorh√∂fe zusammenziehen und das Blut in die Herzkammern pumpen, von wo aus das Blut anschlie√üend in den (gro√üen) K√∂rperkreislauf bzw. den (kleinen) Lungenkreislauf gepumpt wird.

Durch Sch√§den im Herzgewebe kommt es zu St√∂rungen im Ablauf der elektrischen Erregung, der herzeigene Schrittmacher (Sinusknoten) gibt keine regelm√§√üigen Impulse mehr ab, statt dessen kommt es zu kreisenden elektrischen Erregungswellen und der Herzvorhof pumpt nicht mehr regelm√§√üig Blut in die Herzkammern. Einzelne elektrische Impulse der kreisenden Erregungen im Vorhof werden auf die Herzkammern √ľbergeleitet, was zu dem unregelm√§√üigem Puls f√ľhrt.

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Aufgrund des verlangsamten Blutflusses im nicht mehr regelmäßig pumpenden Vorhof können sich dort kleine Blutgerinnsel bilden. Falls diese losgeschwemmt werden, kommt es zu einer Verstopfung der Gefäße in den Organen, welches einen Infarkt des Organs zu Folge hat. Am häufigsten geschieht das im Gehirn (Hirninfarkt = Schlaganfall), aber auch andere Organe können betroffen sein (z. B. die Beine).

Um das Risiko eines Schlaganfalls zu senken, wird bei bestimmten Konstellationen eine ‚Äěblutverd√ľnnende“ Behandlung durchgef√ľhrt, die die Bildung von Blutgerinnseln und damit den Schlaganfall verhindern soll.

Die fehlende Pumpleistung der Vorh√∂fe und der unregelm√§√üige Herzschlag haben eine eingeschr√§nkte Herzleistung zur Folge, die dann zu den Beschwerden Luftnot, Leistungsschw√§che oder gar zu Wasseransammlungen f√ľhren kann. Dann ist eine medikament√∂se Behandlung erforderlich.

Umfangreiche und interessante Informationen findet Sie auf der Internetseite Kompetenznetz Vorhofflimmern der Universit√§tsklinik M√ľnster

@ Dr. Detlef Bothe, erstellt am 31.12.2010

Wir danken der Fa. Sanofi-Aventis f√ľr die Erlaubnis, ihr Bidmaterial zu nutzen