Stürze im Alter - eine ehebliche Gefahr

Als älterer Mensch zu stürzen oder beinahe zu stürzen — das kommt nicht nur immer häufiger vor, sondern es bedeutet auch eine ganz erhebliche Gefahr.
Etwa ein Drittel aller 70-Jährigen stürzt in einem Jahr einmal, bei den über 90-Jährigen ist es bereits mehr als die Hälfte. Mit dem Alter häufen sich auch die Sturzfolgen: trägt ein jüngerer Mensch meist nur einen „blauen Fleck“ davon, so verletzen sich etwa 10% der Älteren beim Sturz ernsthaft. Bekannt ist der Bruch des Hüftgelenks; weniger bekannt ist, dass bis zu 10% der älteren Patienten in der Folge eines solchen Bruchs versterben und eine weit größere Zahl danach nicht mehr richtig laufen kann oder pflegebedürftig wird.

Ursachen von  Stürzen

Stürze im Alter haben meist nicht nur eine einzelne Ursache verschiedene Faktoren kommen zusammen:

  • Nur wenige Stürze beruhen auf äußeren Ursachen (z. B. einem Verkehrsunfall) oder auf Bewusstseinsstörungen.
  • An vielen Stürzen sind äußere Umstände (z.B. lockere Teppiche, Türschwellen, schlechte Beleuchtung und vor allem die Badezimmerausstattung) jedoch mitbeteiligt.
  • Bei den meisten Stürzen spielen altersbedingte Bewegungseinschränkungen, mangelnde Übung oder Reaktionsfähigkeit, oder auch die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten eine wichtige Rolle.

Je mehr Sie das Gefühl haben, sich nicht mehr ungezwungen bewegen zu können, um so mehr sollten Sie ein Auge darauf haben, keine Hindernisse oder „Stolperfallen“‘ im Weg zu haben.

Lassen Sie sich aber auch nicht von Ihren „Altersgebrechen“ entmutigen, sich regelmäßig innerhalb und außerhalb des Hauses zu bewegen! Je mehr Sie es tun, desto mehr bleibt Ihre Geschicklichkeit erhalten. Wenn Sie doch einmal ins Taumeln kommen, können Sie sich besser abfangen.

Falls Sie gestürzt sind - auch ohne schwere Folgen -‚ sollten Sie uns dies berichten. Wie werden Sie untersuchen und mit Ihnen eine ganze Reihe von wichtigen Sturzgefahren besprechen. Ohne Beratung stürzen 60-70% aller älteren Patienten im Verlauf des folgenden Jahres erneut.

Stürze lassen sich vermeiden

Die Sturzgefahr lässt sich deutlich reduzieren, wenn Sie diese Punkte überdenken:

  • Erkundigen Sie sich über Möglichkeiten, Kraft, Balance und Beweglichkeit zu trainieren. Von Krafttraining profitiert man in jedem Alter!
  • Auch Tai-Chi, Gruppengymnastik (auch im Wasser) oder Tanzkurse können hilfreich sein!
  • Achten Sie auf ausreichende Beleuchtung, auch im Treppenhaus, im Keller oder Garten.
  • Tragen Sie auf der Straße feste Schuhe, in der Wohnung stabile Hausschuhe.
  • Wenn Sie eine Gehstütze oder einen Gehwagen haben, nutzen Sie ihn!
  • Suchen Sie rechtzeitig und wenn möglich regelmäßig die Toilette auf!
  • Wenn Sie nachts aus dem Bett aufstehen müssen, sorgen Sie für gute Beleuchtung!
  • Kann Ihnen geholfen werden, wenn Sie doch einmal stürzen?
  • Überlegen Sie, ob Sie einen Schlüssel deponiert haben, ob regelmäßig jemand mit Ihnen Kontakt hält, könnte ein Hausnotruf sinnvoll sein?

Hier sind Links für Hausnotrufsysteme: Hausnotruf des DRK, Malteser-Hausnotruf, Hausnotruf Arbeiterwohlfahrt

Diese Informationen basieren auf einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft f. Allgemeinmedizin (DEGAM)

© Dr. Detlef Bothe
erstellt 20.01.2011