Ratschläge bei Sodbrennen

Was ist eine Refluxkrankheit ?

Unter Refluxkrankheit versteht man den krankhaft gesteigerten Rückfluß von saurem Magensaft in die Speiseröhre.
Die Speiseröhre ist ein etwa 20 bis 30 cm langer Muskelschlauch, der Mund und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Während durch die Muskulatur der Speiseröhre die Nahrung in den Magen weitergeschoben wird, sorgt der untere Speiseröhrenschließmuskel dafür, daß diese aus dem Magen nicht wieder in den Mund zurückläuft.
Bei der Refluxkrankheit ist der Durchgang vom Magen zur Speiseröhre nicht ganz geschlossen und der Mageninhalt kann zurück in die Speiseröhre gelangen.

Welche Beschwerden ruft die Refluxkrankheit hervor ?

Am häufigsten wird über Sodbrennen beklagt. Es handelt sich hierbei um das Aufstoßen von saurem Magensaft und Mageninhalt in die Speiseröhre, unter Umständen bis in den Mund. Dies wird häufig von brennendem Schmerz (besonders nach dem Essen) hinter dem unteren Brustbeinende und in der Magengrube begleitet, der auch in den Hals aufsteigen und in den Rücken ausstrahlen kann. Weitere Symptome, sind Schluckbeschwerden und saures Aufstoßen.
Mehrere Ursachen können zum Rückfluß von Magenflüssigkeit in die Speiseröhre führen:

Ursachen der Refluxkrankheit

Erhöhte Magensäureproduktion  z. B. durch fetthaltige oder in Fett gebratene Speisen, Süßigkeiten, Alkohol sowie durch emotionalen Streß und Hektik (Steigerung der Magensäureproduktion)

  • Ein zu schwacher Speiseröhrenschließmuskel, der den Magen nicht ausreichend abdichtet
  • Erschlaffung des Speiseröhrenschließmuskels durch verschiedene Stoffe wie alkoholhaltige Getränke, Kaffee, Tee, Cola oder Nikotin
  • Erhöhter Druck im Bauchraum z. B. beim Tragen zu enger Kleidung oder bei Übergewicht mit Fettansammlungen im Bauchbereich

Welche Folgen hat die Refluxkrankheit ?

Es kann durch häufigen Rückfluß der Magenflüssigkeit in die Speiseröhre zur Speiseröhrenentzündung kommen. Diese ist zunächst begrenzt, kann sich aber über eine größere Fläche der Schleimhaut ausbreiten. Bei Nichtbehandlung kann es in fortgeschrittenem Stadium zu Geschwüren und narbigen Verengungen der Speiseröhre kommen. Eine lang andauernde Speiseröhrenentzündung birgt in sich die Gefahr bösartiger Veränderungen der Speiseröhre.

Wie wird die Refluxkrankheit erkannt ?

Oft reichen schon die typischen Beschwerden des Patienten. Der Rückfluß des Mageninhalts in die Speiseröhre kann auch mit speziellen Meßgeräten festgestellt werden.
Durch eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens kann der Schweregrad der Refluxkrankheit beurteilt und eine Speiseröhrenentzündung erkannt werden. Dies ist deshalb die Untersuchungsmethode der Wahl. Wenn erhöhte Gefahr bösartiger Komplikationen besteht, sollten endoskopische Kontrolluntersuchungen regelmäßig im Abstand von ein bis zwei Jahren wiederholt werden. Die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens ist eine risikoarme und schonende Untersuchungsmethode, die eine zuverlässige Diagnostik möglich macht.

Wie wird die Refluxkrankheit behandelt ?

Durch Medikamente, die

  • die Produktion der Magensäure hemmen
  • die Magensäure neutralisieren
  • die Beweglichkeit der Speiseröhre und
  • die Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskel verbessern

bekommt man die Beschwerden meistens in den Griff.

Was können Sie selbst tun ?

  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, um den Rückfluß des Mageninhalts zu verhindern!
  • Bevorzugen Sie häufigere kleine Mahlzeiten, um den Anstieg des Magendrucks zu verhindern!
  • Nach dem Essen lieber spazierengehen als hinlegen!
  • Vermeiden Sie fette Speisen und in Fett Gebackenes!
  • Vermeiden Sie Zigarettenrauchen (Nikotin), Alkohol, Säfte aus Zitrusfrüchten, fette Trinkschokolade, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola!
  • Vermeiden Sie möglichst Streß und Hektik!
  • Verhindern Sie Übergewicht!
  • Tragen Sie eine nicht zu enge Kleidung!
  • Vermeiden Sie noch drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen zu essen!

Länger als acht Tage anhaltendes Sodbrennen sollte Sie veranlassen, zum Arzt zu gehen. Eine rechtzeitige Behandlung kann Ihre Beschwerden verbessern und schlimmeren Folgen vorbeugen.

Weitere Informationen zu Sodbrennen finden Sie auch hier

Zuletzt geändert 18.01.2013
© Dr. Detlef Bothe