Gallensteine

Gallen(blasen)steine gehören zu den Krankheiten des Bauchraums, die am häufigsten eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen. Ca. 20% der Bevölkerung haben Gallensteine, von diesen haben aber gut 80% keinerlei Beschwerden. Und dann muss auch keine Behandlung erfolgen. Auch wenn die Steine in der Regel nicht verschwinden. Studien haben aber gezeigt, dass körperliche Aktivität nicht nur vor der Bildung von Gallensteinen schützt, sondern bei bereits vorhandenen Steinen auch das Risiko um 30% verringert, Koliken zu bekommen. Der Rat für Gallensteinträger also lautet: mehr Bewegung!

2,5% der Gallensteinträger bekommen jedoch Gallenkoliken, die typischerweise nach einer Mahlzeit auftreten und sich in Schmerzen / Übelkeit über 15-30 Minuten im rechten Oberbauch äußern. Nach der 1. Kolik sollte die Gallenblase operativ entfernt werden, weil damit zu rechnen ist, dass die Koliken künftig häufiger auftreten und Komplikationen drohen. In der Regel geschieht das heute mit Hilfe der „Schlüssellochchirurgie“. In Deutschland werden jährlich 200.000 Operationen deswegen durchgeführt.

Was führt zur Bildung von Gallensteinen ?

Neben einer genetischen Veranlagung spielen fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel, eine hochkalorisch und kohlenhydratreiche und ballaststoffarme Kost sowie Übergewicht und Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle. Insbesondere bei Frauen über 40 ist das Risiko für die Entwicklung von Gallensteine bei Übergewicht um das 2-3-fache erhöht. An Medikamenten könne längerfristige Einnahme von Hormonpräparaten nach den Wechseljahren das Risiko erhöhen.

Regelmäßige körperliche Aktivität (am Tag eine Stunde bei sitzender Tätigkeit, 30 Min. bei stehender Arbeit), die regelmäßige Einnahme der Mahlzeiten und die Begrenzung der Fettzufuhr könne das Risiko vermindern, Gallensteine zu bekommen. Spezielle Diäte sind nicht erforderlich, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass moderater Kaffeekonsum, Nüsse und Vitamin C (Obst!) zu einer Abnahme der Steinbildung beitragen können.

Welche Komplikationen können auftreten

Im Rahmen einer Gallenkolik kann es zu einer Entzündung der Gallenblase kommen (bei ca. 10%), welche sich neben den Oberbauchschmerzen in Fieber und Erbrechen zeigt. Ursächlich dafür ist meist, dass sich der Stein oder ein Teil davon im Ausführungsgang der Gallenblase verklemmt hat. Dann muss operiert werden.

Seltener kommt es vor, dass sich ein Stein in den Gallenwegen in der Leber einklemmt. Neben den dann meist länger anhaltenden Schmerzen kann Fieber auftreten sowie eine Gelbverfärbung der Haut, die in der Regel mit einer Entfärbung des Stuhls und einem dunklen („bierbraunen“) Urin einhergeht. Vor der dann notwendigen Operation wird man versuchen, mittels einer Art Magenspiegelung die Steine aus den Gallenwegen herauszuziehen. Sonst droht die Gefahr einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, weil durch den eingeklemmten Stein dann auch der Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse nicht mehr abfließen kann und der Rückstau zu einer Entzündung der Drüse führt. Die Gallenblase muss dann auch entfernt werden.

 

© Dr. Detlef Bothe

erstellt 14.12.2016