Störungen der Schilddrüsenfunktion
Überfunktion und Unterfunktion

Stellt die Schilddrüse zuviel Hormone her spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die folgende Beschwerden machen kann:.

  • Übermäßiges Schwitzen
  • Herzrasen
  • Gewichtsabnahme
  • Haarausfall
  • Innere Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Schwäche
  • Kraftlosigkeit
  • Durchfall

Derartige Beschwerden geben Anlass, nach einer Schilddrüsenüberfunktion zu suchen. Dies geschieht durch eine Blutuntersuchung, in der die Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Als Suchtest wird die Bestimmung des TSH eingesetzt. Ist das TSH im normalen Bereich, ist eine Überfunktion ausgeschlossen. Ist es erniedrigt, muss eine weitergehende Diagnostik erfolgen.

TSH (Thyreoidea-stimulierendes-Hormon)

TSH wird in der Hirnanhangsdrüse hergestellt und regelt die Produktion der Schilddrüsenhormone. Ist eine zu geringe Menge dieser Hormone im Blut enthalten, schüttet die Hirnanhangsdrüse TSH aus und regt so die Schilddrüse zu einer vermehrten Hormonproduktion an.
Sind zuviel Schilddrüsenhormone im Blut, wird die Produktion von TSH gedrosselt, um die Herstellung der Schilddrüsenhormone zu stoppen.

Ist eine Überfunktion festgestellt worden, muss anschließend nach der Ursache dafür gefahndet werden. Entweder liegen ein oder mehrere „heiße“ Knoten vor oder es liegt eine Basedowsche Erkrankung vor


Morbus Basedow

Die Basedow’sche Krankheit (Morbus Basedow) gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Es besteht eine erbliche Veranlagung. Neben der Schilddrüsenüberfunktion haben viele Erkrankte hervorquellende Augen.
Beim Morbus Basedow besetzen Antikörper Rezeptoren in der Schilddrüse und regen die Schilddrüse damit an, Hormone zu produzieren. Diese Antikörper heißen TSH-Rezeptor-Autoantikörper, kurz TRAK, und können im Blut nachgewiesen werden. Dieselben Antikörper  können  auch die Augenmuskeln angreifen, die dadurch anschwellen und zum Hervortreten der Augäpfel führen.

Behandlung des M. Basedow

Bei knapp der Hälfte aller Basedow-Kranken kommt es innerhalb eines Jahres zu einer spontanen Rückbildung der Überfunktion. Deshalb behandelt man zunächst „nur“ die Schilddrüsenüberfunktion mit Medikamenten, sog. Thyreostatika. Besonders anfangs muss die Therapie engmaschig durch Blutuntersuchungen überwacht werden.
Nach 12 – 18 Monaten wird ein Auslassversuch durchgeführt, um zu sehen, ob die Erkrankung zur Ruhe gekommen ist. Ist dies nicht der Fall, müssen eine Operation oder die Radiojodtherapie erwogen werden.


Heiße Knoten (Autonomes Adenom)

Autonomie heißt Selbständigkeit. Auf die Schilddrüse bezogen bedeutet dies, dass sich einzelne Zellen oder ganze Knoten der Kontrolle der Hirnanhangsdrüse entzogen haben und munter Schilddrüsenhormone produzieren. Für die Entwicklung derartiger Zellen und Knoten ist neben einer genetischen Veranlagung der Jodmangel verantwortlich.

Im Ultraschall stellen sich autonome Adenome (=Knoten) oft etwas dunkler dar als die übrige Schilddrüse, in der Szintigrafie zeigen sie sich als „heiß“, also hormonaktiv dar, zu erkennen an der roten Farbe.

Behandlung

Zwar gibt es Medikamente, die die Schilddrüsenüberfunktion stoppen, diese kommen bei der Autonomie aber nur vorübergehend zum Einsatz, da sie keine endgültige Heilung bewirken können. Zur endgültigen Heilung stehen zwei Verfahren zur Verfügung: die Operation und die Radiojodtherapie.
Bei der Operation werden  je nach Befund der Knoten oder Teile der Schilddrüse entfernt, dazu reicht in der Regel ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen.
Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod gespritzt, welches die aktiven Knoten und die übrige Schilddrüse von innen heraus zerstören.
Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile, die im Einzelfall abgewägt werden müssen.
Nach einer Operation oder Radiojodtherapie wird die Funktion der Schilddrüse durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen ersetzt.
Sollten bei einer Operation nur Teile der Schilddrüse entfernt worden sein ist eine medikamentöse Behandlung zur Vermeidung eines erneuten Wachstums erforderlich. Die Höhe der richtigen Dosierung wird durch Blutuntersuchungen ermittelt


Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Stellt die Schilddrüse zu wenig Hormone her, so spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die folgende Beschwerden machen kann:

  • Müdigkeit
  • Kälteintoleranz, leichtes Frieren
  • Antriebsschwäche
  • Langsamer Herzschlag
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • Trockene Haut, brüchige Fingernägel, Haarausfall
  • Störungen des weiblichen Zyklus, Kinderlosigkeit

Eine Blutuntersuchung mit Bestimmung des TSH und der Schilddrüsenhormone bestätigt das Vorliegen einer Schilddrüsenunterfunktion oder schließt diese aus.

Die Feststellung einer Unterfunktion allein ist noch keine Diagnose. Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, auch nach Schilddrüsenoperationen oder Bestrahlungen kann sich eine Unterfunktion entwickeln.
Zur weiteren Abklärung wird auch hier zunächst eine Sonografie durchgeführt.

Zuletzt aktualisiert am 16 01.2013
© Dr. Detlef Bothe